9. Familientag der Röger

vom 24. bis 26. Mai 2002 in Wertheim am Main

Mit 14 teilnehmenden Personen wurde schon am Vortag bei einer Wanderung auf den Familientag eingestimmt. Beginnend vom "Spitzen Turm" führte der Weg zu einem Haus in der Nähe der Tauberbrücke, das durch seine Bildhauerarbeiten auf sich aufmerksam macht. Seine Häuserfassade ziert nicht nur das Bildwerk, sondern ganz besonders seine sinnigen Sprüche wie : "Glaube, Liebe, Hoffnung" oder "Jeder hat ja so recht". Am wertvollsten ist der in Wertheimer Mundart, welcher auch für das Familientreffen zu unserm Leitspruch wurde :

>> Es is uf der ganze Erde, Nergends schönner als in Werthe. <<

Eine der meistfotografierten Ansichten hinüber auf die andere Tauberseite präsentierte uns den Blick auf das "Kittsteintor" und den "Weissen Turm" (histor. Stadtbefestigung),sowie die "Stiftskirche" und das Schloss "Burg Wertheim".

Der Weg "Untere Leberklinge" führte vorbei an prachtvollen Gärten, der Stadthalle und dem ehem. Tauberschwimmbad. Der Blick auf die Tauber veriet uns, dass der Name "Dubra" (aus dem keltischen: die Schwarze) seine volle Berechtigung hat.

Das Quellwasser von der "Römer-Steige" mundete vortrefflich und mit dieser Erfrischung erreichten wir die alte Wehrkirche in Waldenhausen. Der Eintrag in das ausgelegte Kirchenbuch und eine Spende waren selbstverständlich. Dieser kleine, idyllisch gelegene Ort war aber nur Durchgangsstation; denn einige zog es schneller auf die Anhöhe des "Flöhberg", als erwartet. Der Anstieg war auch für den ungeübten Wanderer kein Problem. Zuerst durch leider nicht mehr blühende Apfelbaumstücke und dann durch die Weinberge führte uns der Weg mit einem prächtigen Blick ins "Liebliche Taubertal" und auf die Stadt Wertheim zum "Weingut Steinmann".

Empfangen wurden wir mit einem "Eiswein", den wir sozusagen als Aperetif kredenzt bekamen. Nach einer überaus reichlichen und guten Brotzeit, bei der man einen jungen Wein reichte, ging es an's Probieren. über die Rebsorten Bacchus, Ortega, Müller-Thurgau, Weissburgunder, Portugieser, Schwarzriesling und Dornfelder aus dem Anbau "Wertheimer Schlossberg" wurde philosophiert und natürlich probiert. Für die überzeugten Weinkenner wurden am Ende ein paar Kartons mit Flaschen gefüllt und der Transport teilweise vom Taxi übernommen. Nach dem "Abstieg" vom Weingut bei strömendem Regen, traf man sich noch in fröhlicher Runde im Tagungshotel "Bronnbacher Hof". Damit endete nach einer unbeschwerlichen Wanderung und einem "guten Tropfen" der erste Tag.

1.Tag:

Das reichhaltige Angebot für den Vormittag, der Mittagspause und des frühen Nachmittags nach eigenem Belieben wurde erschöpfend genutzt und bleibt sicherlich in guter Erinnerung.

Um 17.00 Uhr eröffnete Herr Eike Röger als Ratsvorstand die "Hauptversammlung der RöGER".

  1. Herr Wolfgang Räger stellte die "RöGER-Zweige, -Register und -Kurzfassungen der Familientafeln" als Herausgabe des Röger-Archivs vor. Es handelt sich dabei um die Zusammenstellung von derzeit 28 RöGER-ästen, -Zweigen, -Linien und -Familien auf 67 Seiten (Stand 2001). Sie umfasst rund 6 200 Namensträger und Angehörige und ist zunächst in einer begrenzten Auflage, vornehmlich an die Vertretungen der RöGER-Familien, verteilt worden. Dem "RöGER-Computer" sind diese Daten der 2. und 3.Stufe zur Speicherung übergeben und durch die Familientafeln für den RöGER-Ast in Lauterberg (Ltb. - 1. Stufe) als Testfall ergänzt worden.
  2. Herr Herbert Petersen stellte die übernommenen Daten des Lauterberger RöGER-Astes nunmehr vor und erläutert die unbegrenzten Möglichkeiten der Darstellung an Hand von Ausdrucken.
    Es wird schnell klar, dass eine solche Vielfalt nicht zur Debatte steht, sondern stattdessen die unverändete übernahme der archivierten Daten als Basis verlangt wird. Auch der angebotenen Ahnentafel nach Kukelé kann nicht entsprochen werden, da hierfür neben den Familiendaten keine Voraussetzungen im Archiv vorhanden sind.
    Für die notwendig gewordene überarbeitung der "Richtlinie zum RöGER-Computer" vom Juli 2002 (?) wird die "Arbeitsgruppe Computer"(*) Rechnung tragen, das Programm festlegen und die Speicherung überwachen, bzw. die Daten verwalten.
    (*) Zusammensetzung "Arbeitsgruppe Computer" : Herbert Petersen, Tilman Räger, Dietmar Röger, Helmut Röger und Jürgen Hollenbach. ???
  3. Der Kassenbericht musste wegen unvermuteten Fehlens des Kassenleiters Herrn Dietmar Röger entfallen und schriftlich nachgeholt werden.
  4. Zum nächsten "Familientag 2004" (wahrscheinlich September 2004) wollen wir in das Bergische Land reisen, wo uns Hans-Dieter und Erika Roeger ihr "Homburger Ländchen" zeigen wollen. Diese Region ist uns als Sitz vieler RöGER-Zweige bekannt und nun wollen wir diese in ihren zahlreichen Vertretungen näher kennenlernen.
    Anmerkung : Schon Dr.Hans Roeger, Rechtsanwalt in Leipzig, nahm hier um 1935 bei seiner RöGER-Forschung Verbindung auf.
  5. Dem Familienrat wurde dankend Entlastung erteilt und die Wiederwahl bestätigt.

Neue Dokumente :

Die Ausstellung von neuen Dokumenten, Familientafeln und Fotos lag in den bewährten Händen von Herrn Wolfgang Räger. Die entsprechenden Erläuterungen fanden wieder ein besonderes Interesse. Die Entwicklung in Stadtoldendorf und die Vorfahren von Dora Röger, geborene Seybold (Ndh - Ehefrau von Hans Röger, Winnenden) erbrachte interessante Forschungsergebnisse.

Vorträge :

Nach einem "Willkommensgruss" in Form eines Gedichts, vorgetragen von Jürgen Hollenbach, hielt im Rahmen des anschliessenden "gemütlichen Familienabends" Herr Lothar Zimmermann, Professor für deutsche Sprache an der Universität von P.E.I. in Charlottetown / Canada einen eindrucksvollen und erschöpfenden Vortrag über "Deutsche Auswanderer in Kanada". Der Vortrag wurde mit viel Beifall bedacht und hat manche neue Erkenntnisse erbracht.
Bemerkung : Die Geschichte der Auswanderung von Franz Zimmermann und Ursula, geb.Räger mit den Söhnen Lothar, Uwe und Berni (Gnp) wurde in der 7. Ausgabe der "Grünenpläner Blätter" auf den Seiten 296 bis 301 geschildert.

Tombola:

Schliesslich gab es auch wieder unsere beliebte Tombola mit zahlreichen schönen Gewinnen zugunsten unserer Familienkasse. Die Aktion wurde von Herrn Helmut Röger in einer lustigen Art durchgeführt,wobei der "Kampfhund" von Peter und Carmen Röger auch herhalten musste. Das Ganze wurde von unserer RöGER-Jugend kräftig unterstützt.

Auch der Verkauf küstlerisch gefertigter Reiher (Wappentier der Fam. RöGER) aus Acrylglas diente dem Auffüllen unserer Familienkasse. Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass uns Spenden jederzeit willkommen sind. Auch der kleinste Beitrag wird gerne entgegengenommen.

2.Tag :

Für den Samstag trugen die Teilnehmer sichtbar angebracht ein Spruchband mit dem o.g. Motto : "Es is uf der ganze Erde..." in den Wertheimer Stadtfarben Blau-Gelb als Zeichen der Zusammengehörigkeit, sowie blaue und gelbe sogen. Baseball-Kappen.

Foto aus der Wertheimer-Zeitung vom 27.05.2002

Herr Jürgen Hollenbach hatte uns schon in seiner Schilderung "Wertheim am Main" im Mai '01 die Stadt seiner Väter vorgestellt. An Ort und Stelle hatte der Rundgang durch die sachkundigen Hinweise und Erläuterungen unserer Stadtführerin, Frau Elisabeth Kreß, einen imposanten Eindruck hinterlassen. Der gepflegte Zustand einer noch mittelalterlich wirkenden Stadt und die liebevollen Restaurierungsmassnahmen, etwa am Neuplatz (Malerwinkel) und nun das pulsierende Leben heutiger Zeit auf dem Marktplatz, haben auf uns Wirkung gezeigt. Mit besonderer Freude wurde uns natürlich das bildschöne Fachwerkhaus "Café Hahn" gezeigt, das sich noch heute im Familienbesitz befindet, allerdings verpachtet ist. Vorbei an der Figur des "Buddenscheisser", zum Engelsbrunnen und den Gerippen am Witt'schen Haus,das uns noch einige Rätsel aufgab, ging es dann zum Rathaus. In der ehem. Fürstl. Hofhaltung wurde für uns im Sitzungssaal ein Empfang durch die stellvertretende Oberbürgermeisterin, Frau Renate Gassert, gegeben. Erfreulich war die Unterhaltung und Beantwortung unserer Fragen, die sich so ergeben hatten. Als Gastgeschenk überreichte Herr Jürgen Hollenbach ein selbstgemaltes Aquarell aus dem Jahr 1965: Blick durch die Fischergasse auf den Spitzen Turm. Auf der Rückseite der Vermerk: "Zur Erinnerung an das Röger-Familientreffen in Wertheim am Main vom 24. bis 26. Mai 2002". (Inzwischen wurde vom Oberbürgermeister, Herrn Stefan Gläser, gedankt und "ein guter Platz im Rathaus zugesichert".)

Dank besonderer Verbindung der Familie Hollenbach zur Fischer- und Schiffergesellschaft, wurde im vereinseigenen Zunfthaus zu einem traditionellen Imbiss und Trunk eingeladen. Der 1. Vorstand, Herr Wilhelm Herz, schilderte uns dabei die interessante Geschichte der Zunft. Diese begann schon im Mittelalter, wobei die ältesten Nachweise und das ganze Zunfthaus unwiederbringlich einer schrecklichen Flut im Jahre 1732 zum Opfer fielen. Der besondere Hinweis galt einer Holzplastik: "Jonas im Walfisch", die sich im Sitzungszimmer befindet und Vortragsthema am Abend sein sollte.

Nach der wahlfreien Mittagspause stand das Glasmuseum in dem wunderschön erhaltenen Fachwerkhaus von 1577 auf dem Programm. Mit unseren "Grünenpläner-Glas-Thalern" verschafften wir uns einen willkommenen Einlass. Anknüpfend an unsere Glasdarstellung im Hils, wurde uns hier in eindrucksvoller übersicht das Glasmacherhandwerk bis zurück in den alten Orient vor Jahrtausenden, zu den ersten Hohlformen mit einem Sandkern im meisterlichen Schmelzverfahren hergestellten Gläsern vorgestellt. Auch an der "heissen Flamme" konnten wir in der Museumswerkstatt den uralten, nicht natürlich vorkommenden, Werkstoff Glas bewundern. Frau Elisabeth Kreß führte uns durch die Abteilungen: Historische Glasanwendungen, Glaserzeugnisse für die chem. Industrie und Kunstgewerbliches Glas, sowie die techn. Entwicklung eines Kirchengeläuts durch angeregte Glasstäbe und deren elektrische Klangverstärkung.

Nach einer freien Verfügung (Kauf von Glasartikeln, Kaffeetrinken,Stadtbummel usw.) folgte unser "Festessen" aus der ital. Küche des Herrn Manolo Chami in unserem Tagungs-Hotel "Bronnbacher Hof". Es wurde uns über 2 Stunden ein Menü von Bruchetta über Spargelcreme-Suppe, Zander, Spanferkel bis Tiramisu geboten, das uns wie so manches unvergessen bleiben wird.

Zum Programm des Abends gehörte u.a. der Dia-Vortrag des Museumsdirektors, Herrn Dr.Jörg Paczkowski, über die biblische Legende "Jonas im Wal" in einer erschöpfenden übersicht. Dabei wurde auch die zum Thema gehörende vortreffliche Wandmalerei in der St.Aegidienkirche zu Hülsede erwähnt. Diese ist uns Räger noch dazu bekannt, da der Ort Wohnsitz von Karl und Inge Räger ist. Unser gemütliches Beisammensein wurde gern durch manchen mundartlichen Vortrag von Herrn Richard Hock in humorvoller Weise unterbrochen. Die Gedichte waren teilweise von Wertheimer Heimatdichtern und von ihm selbst, so z.Bsp.: "Die Hörnli" und "Beim Zohoarzt".

3.Tag :

Der Sonntag stand im Zeichen eines gemeinsamen Gottesdienstes in der Stiftskirche, zu der Herr Pfarrer Erhard Voigt die Familie RöGER vor seiner Predigt mit einführenden Worten begrüsste und zum Abendmahl einlud. Unser Besuch wurde nach dem Gottesdienst im Kirchenbuch mit einer Danksagung, unseren Unterschriften, sowie Stempel und Spruchband verewigt.

Nachdem uns in der Stiftskirche Elisabeth Kreß die Grabdenkmäler der Grafen von Wertheim und deren Nachfolger erklärt hatte, war die Verbindung zur Burg geschaffen, die wir nun als letzten Höhepunkt unseres Familientages besichtigen konnten. Nach dem etwas beschwerlichen Anstieg zur Burg ersparten sich manche die Stufen auf den Bergfried. Dennoch war der Blick auf die Stadt und in das Flusstal von hoch oben überwältigend. Nach guter Bewirtung durch die Burggaststätte unter schattigen Bäumen, fand der Röger-Familientag 2002 seinen Abschluss.

Jürgen Hollenbach