8. Familientag der Röger und Räger

in Grünenplan im Hils vom 8.-10. September 2000
in “Lampes Posthotel”

Freitag, 8.9.2000

Nach der Freude über das Wiedersehen, auch besonders mit unserem Senioren-Ehepaar der ersten Stunde, Heinrich Engels und Gertraud, geb. Röger (Sng), wurde unser Programm der Tage begonnen. So zogen wir zum nahen Glasmuseum in der Kirchtalstraße 13 (anno 1749), wo uns Herr Gerhard Bock die hier untergebrachten Utensilien der heimischen Glasmacher und der Vogelhändler zeigte und mit einem Film erläuterte. Zum Schluß blieb uns der Klang der angeschlagenen, großen Glasglocke noch lange in den Ohren.

Zum nächsten Besichtigungspunkt, dem “Erich-Mäder-Glasmuseum” im Kurpark, nahmen wir den Weg vorbei am einstigen Kurhaus und wurden vom ehemaligen Schulleiter des Ortes, Herrn Gerhard Bremer, in Empfang genommen. Die hier gezeigten Glasprodukte in kulturell-historischem Rahmen faszinierten durch die Verwahrung hinter dem blendfreien, im Werk hergestellten Glase der Vitrinen. Erich Mäder war Vorstand und später Werks-Direktor (1953-1972)

Nach dem gemeinsamen Abendessen “bei Lampes” wurde zur Hauptversammlung gerufen.Als Ratsvorsitzender eröffnete Eike Röger die Versammlung und begrüßte die Anwesenden, namentlich die beiden aus den USA angereisten Rudolf Röger und Theresia, geb. Engelhard (Sng). Er stellte erfreut fest, daß nach der “400-Jahr-Feier der Röger” in Bad Lauterberg 1980 unser “Familienverband der Röger” nun die 20. Wiederkehr seiner Gründung festlich begehen kann.

Zu den Tagesordnungspunkten liegt das Protokoll von Herbert Petersen vom Juli 2001 vor. Es waren diese:

  1. Begrüßung und Eröffnung
  2. Kassenbericht von Dietmar Röger mit Sicherung des Computer-Einsatzes
  3. Ehrung und Ernennung von Wolfgang Räger zum Ehrenvorsitzenden
  4. Neuwahlen zum Vorstand - Wiederwahl von Eike Röger, Wahl von Helmut Röger zum 2. Vorsitzenden
  5. Zur Programmierung der EDV-Anlage wird ein Beirat gewählt:
    Helmut Röger, Dietmar Röger, Harry Röger, Tilman Räger, Jürgen Hollenbach und Herbert Petersen
  6. Für die Organisation des nächsten Familientages 2002 erklärt sich Jürgen Hollenbach in Wertheim am Main, seiner 2. Heimat, bereit.

Sonnabend, den 9.9.2000

Start zur großen Tagesrundfahrt durch das Weserbergland. Nach der Fahrt über den Hilskamm mit dem Gasthaus “Roter Fuchs” und vorbei an der bedeutenden Asphaltgrube “Stollen Gustav” wurde von der Bäckerei Schmidtmann in Holzen ein erster Halt gemacht, um von der Meisterin einen großen Karton voll heimischen Zuckerkuchen mit Begeisterung als “Wegzehrung an Bord” nehmen zu können.

Die Weiterfahrt durch Eschershausen, der Geburtsstadt des Heimatdichters Wilhelm Raabe (1831-1910), hatte das Ev.-luth. Kloster Amelungsborn zum Ziel, wo uns Küster Marx zu einer einführenden Besichtigung in Empfang nahm.

Weiter ging die Fahrt, mit einem anschaulichen Einblick in die Erdschichtung des Roten Wesersandsteins in Negenborn, zum Weserrenaissance-Schloß Bevern. Nach der Besichtigung vom Schloß und dem Heimatmuseum wurde hier im Schloß-Restaurant das beliebte niedersächsische Festessen “grüne Bohnen und Kartoffeln” nebst “Roter Grütze” mit Vanillesoße als Nachtisch serviert.

Anschließend ging's an die Weser zum ‹bersetzen mit der Poller Fähre und Weiterfahrt mit MS “Karlshafen”, vorbei an der schon 1266 erwähnten Steinmühle an der Wand der Ottensteiner Höhe, bis Rühle. Ein Rundgang konnte von der idyllischen Lage mit dem Weinberg und dem “Braunschweiger Löwen” überzeugen.

Die nächste Station war Bodenwerder, das durch den “Lügenbaron” Hieronymus Freiherr von Münchhausen (1720-1798) bekannt gewordene Städtchen mit seiner historischen Altstadt. Hier ließ sich gut eine Kaffeepause einlegen.

Die Rückfahrt ging dann durch das schöne Lennetal und Kirchbrak wieder über den Hilspaß in das Tal nach Grünenplan.

Nach dem gemeinsamen Abendessen in “Lampes Posthotel” fand nun unser bunter Familienabend mit Darbietungen und der dazu gehörenden Tombola statt.

Im Namen der Gemeinde begrüßte Conrad Lampe die Versammlung und als Senior des Hauses seine Gäste mit besten Wünschen für die gemeinsamen Tage. Für den Hils- und Heimatverein schloß sich Dr. Christian Leiber den Worten an. Beide betonten ihre freunschaftlichen Beziehungen zu uns Rägers.

Mit besonderem Interesse wurde die vom heimischen Vogelfreund Helmut Rose liebevoll aufgebaute Schau von Kanarien-Vögeln beachtet und bewundert. Bei einem ausführlichen Vortrag über die Aufzucht und Lehrzeit der “Harzer Roller”, sowie über den Handel mit besonderem Hinweis auf die Tradition der Grünenplaner Vogelhändler, auch aus Räger-Familien, und ihre Reisen über Lübeck und Bremen in alle Welt, fand er aufmerksame Hörer.

Als Einlage überreichte Wolfgang Räger dem Seniorwirt Conny Lampe die noch “ausstehende”, nun amber mit passendem Wechselgeld quitierte Sammelrechnung der Jahre 1898 bis 1907 von Rägers Schmiedemeister “Carl Onkel”

In einem Sondervortrag berichtete uns Rudolf Röger über sein Leben als einstiger Bäckermeister, Sportler, Flieger, Auswanderer und sonstige Tätigkeit.

Sonntag, den 10.9.2000

Mit einem Rundgang durch den Ort mit Stationen und Bescuch des “Europäischen Glasmarktes”, mit Erwerb schöner Repliken, nahm der Familientag sein Ende. Besonders beeindruckend war noch das Spiel auf einer Glasharfe mit unwahrscheinlichen Klängen als Abschiedsgruß

Bad Lippspringe, im Oktober 2000
Wolfgang Räger

Röger-Blätter zur Geschichte der Familien, Bd.6 (Okt. 2002), S.203 ff, Eigenverlag