7. Familientag der Röger

vom 30. April bis 3. Mai in Löwenstein, Kreis Heilbronn

Der “Familienverband der Röger” hatte mit der Einberufung einer Hauptversammlung zum Familientag nach Löwenstein geladen und es fanden sich in der Evangelischen Tagungsstätte hier in Althau 59 Angehörige aus nah und fern, darunter auch 7 Roeger aus Oregon/USA ein.

Von unseren beiden Organisatorinnen, Ingeborg Schlaf, geb. Röger (Ltb) und Anita Eckert, geb. Röger (Nht), war für das vielseitige, interessante Programm der Tage das Haus ideal ausgewählt worden. Es lag etwa 20 km östlich von Heilbronn am Waldrand über Weinbergen und oberhalb des Breitenauer Sees mitten im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald.

Die Atmosphäre des Hauses hatte bei allen Angeboten eine unverkennbare Note, die geholfen hat, den Aufenthalt unvergeßlich zu machen. Mit der allgmeinen Begrüßung und dem abendlichen Zusammensein im schon vertrauten Familienkreise mit den “neuen, erstmaligen” Gästen dieser Treffen verlief der Anreisetag in schönster Harmonie wie stets.

Der Freitag-Vormittag stand im Zeichen der Hauptversammlung unter der Leitung unseres Eike Röger (Ltb), dem Vorsitzenden des Familienverbandes. Es waren Fragen zu klären und Probleme zu besprechen, die teilweise bis zur nächsten Zusammenkunft vertagt werden mußten.

Am Nachmittag stand eine Busfahrt nach Bad Wimpfen, dieser mittelalterlichen, im 12. Jahrhundert von Friedrich Barbarossa gegründeten Kaiserpfalz, auf dem Programm. Hier erwartete uns unsere ansässige Hildegard Röger mit Sohn zur Führung. Wir konnten das historisch gewachsene und fast unversehrt erhaltene Stadtbild mit dem Palas-Teil, der Pfalz-Kapelle, den beiden Bergfrieden “Blauer Turm” und “Roter Turm”, sowie dem “Steinhaus” als größtem romanischen Wohnhaus Deutschlands und viele weitere Beispiele alten Städtebaus besehen und bewundern.

Nach einer originellen Kaffeepause unter den alten Linden vor der Benediktiner-Abtei Grüssau in Bad Wimpfen im Tal empfing und dann Pater Ambrosius zu einer Führung durch die ehrwürdigen Gemäuer. Seine launige Art der Erläuterung in der Klosterkirche Sankt Peter und anderen Bereichen der Abtei kam besonders bei unseren Kindern gut an.

Der Abend brachte uns dann die Vorstellung der Röger-Ausstellung mit Familientafeln, Dokumenten und zahlreichem, neuen Archivmaterial. Beispiele und Perspektiven zur Familiengeschichte im Computer wurden von Dietmar Röger dargestellt. Mit vergnüglichen Zaubereien eines Künstlers und der wieder reichlich und wertvoll beschickten Tombola zu Gunsten unserer Familienkasse, deren Durchführung wieder in den schon bewährten Händen der Familie Eckert, d.h. mit Tobias und Armin, lag, ging der Tag neben allen persönlichen Themen der unerschöpflichen Diskussionen zu Ende.

Am Samstag stand dann die Rundfahrt durch Hohenlohe auf dem Programm. Nach dem “Gruppenfoto” auf den Stufen von Heilbronn zeigte und der Stadtführer den historischen, meist wiedererstandenen Kern der heutigen Käthchenstadt. Sie hat sich mit der Neckarschiffahrt zu einem bedeutenden Umschlagplatz entwickelt und ist voller pulsierendem Leben. Beim restaurierten Rathaus des 16. Jahrhunderts ist auch die berühmte Kunstuhr mit dem Figurenspiel und dem Engel mit dem Stundenglas neu entstanden. Nach den verheerenden Zerstörungen des letzten Krieges ist beim Wiederaufbau einiges doch noch geblieben, was wir gern in Augenschein genommen hatten.

Auf Abwegen gelangten einige Teilnehmer auch in die Ehrhardstraße, wo einst Ernst Röger als Meister seine Lehrschmiede hatte, von der heute Teile im Museum erhalten geblieben sind.

Die Weiterfahrt nach einer offenen Mittagspause brachte uns zur Burg Beilstein, jener Feste auf einem Weinbergkegel mit prächtiger Aussicht. Ein Weinlehrpfad führte duche die zahlreichen Rebsorten, noch im schmucklosen Zustand, nach oben. Mit einer imposanten Darbietung der hier eingerichteten Falknerei, besonders duch den Sturzflug eines Seeadlers vom Bergfried auf den Arm des Falkners im Hof, und einem Rundgang duch den Burggraben mit den zahlreichen Volieren anderer, teilweise hier gezogenen Greifvögeln, wurden so manchem Besucher diese Art der Tierhaltung nahegebracht. Nach der Kaffeepause im Burgkeller und einer miterlebten “Märchenhochzeit” nebenan brachte uns der Bus zurück durch den wunderschönen, einst aber spukreichen Mainhardter Wald ins Quartier. Hier fand nun auch endliche die Vorstellung des blitzblanken Oldtimers von Helmut und Helene mit großem Lob statt.

Des Abend erwartete uns eine Weinprobe der Winzergenossenschaft Eberstadt, mit mäßigem Genuß bei Unkenntnis der Lagen oder verwöhntem Geschmack.

Die harmonischen Tage, die wieder viel zu schnell vergingen, endeten in der Hoffnung auf en frohes Wiedersehen im Weserbergland, in Grünenplan im Hils, dem auserwählten Tagungsort für 2000.

Bad Lippspringe, im Dezember 1998
Wolfgang Räger

Quelle: “Röger-Blätter zur Geschichte der Familien”, Bd. 5 (Aug. 2000), S.162ff, Eigenverlag