5. Familientag der Röger

vom 22. - 25. April 1993 in Schwäbisch Hall am Kocher

Donnerstag, den 22. April 1993
11:10 Uhr Eintreffen des 1. Gastes in Schwäbisch Hall und Quartierbezug im Tagungslokal “Landhotel Krone” in Schwäbisch Hall-Hessental.
15:00 Uhr Kaffeetafel mit den ersten 7 Gästen bei einem frohen Wiedersehen nach langer Zeit
19:00 Uhr Herzliche Begrüßung der Anwesenden durch das Ehepaar Helmut und Helene Röger als Organisatoren des Familientages, Austausch von Erlebnissen und Unterhaltung, anschließend Eröffnung und Besichtigung der “Röger-Ausstellung” zu den Forschungsthemen:
Urkunden - Personen - Stätten - Berufe - Reiher
Freitag, den 23. April 1993
9:45 Uhr Rundgang durch die ehemalige Freie Reichsstadt Hall, die heutige Kreisstadt Schwäbisch Hall und Besichtigung der historischen Gassen und Häuser unter sachkundiger Leitung eines Stadtführers. Im beschwerlichen Treppauf und Treppab mit malerischen Blicken auf Türme, Giebel, Besfestigungen blieb so manches reizvolle Motiv auf der Strecke. Augenfällig ließ sich die Grenze zwischen der alten Altstadt und dem Wiederaufbau nach dem letzten, verheerenden Stadtbrand von 1728 ablesen. Der durch das Salz und den Weinhandel erreichte Wohlstand der Hallenser ist noch heute, da Schwäbisch Hall mit rund 33.000 Einwohnern ein Wirtschafts- und Kulturzentrum ist, überall sichtbar.
11:15 Uhr Empfang durch den Oberbürgermeister Herrn K.F.Binder in dem prächtigen Großen Ratssaal des Barock-Rathauses. Der OB wußte die Anwesenden in kundiger Weise zu begrüßen und zuzuordnen. Im persönlichen Gespräch konnte Hans Röger Herrn Binder an gemeinsame Zeiten im Regierungspräsidium Stuttgart erinnern.
13:40 Uhr Nach dem Mittagessen im Tagungshotel brachte ein Autobus die Teilnehmer zum Hohenloher Freilandmuseum in Wackershofen. In sehr anschaulicher Form wurde hier im “Hohenloher Dorf” mit über 40 Gebäuden das bäuerliche Tagewerk und das einfache Landleben dargestellt und sachkundig erläutert. Bemerkenswert ist die Einbeziehung des Umfeldes mit Hausgärten und Feldwirtschaft, sowie die Tierhaltung. Unter den hier zusammengetragenen Bauten befindet sich auch der über 450 Jahre alte “Gasthof zum roten Ochsen” aus Riedbach, in dessen wiedererstandener Bewirtschaftung dann auf ursprünglichen Bankreihen Kaffee und Kuchen “neuerer Art” zur Erholung und Belebung genossen werden konnten.
19:30 Uhr Im inzwischen erweiterten Familienkreise fand das Erzählen und Austauschen von Neuigkeiten und sonstigen persönlichen Anliegen nach langer Zeit seinen Fortgang. Anstelle des Vortrages von Herrn Just über Land und Leute konnte Herr G.Schäfer als Restaurator vom Landesamt für Denkmalpflege in Wackershofen gewonnen werden. Der Zufall wollte es, daß dieser Herr als neuer Eigentümer eines alten Röger-Hauses in Tullau und kompetenter Fachmann uns, auch anhand von Lichtbildern, die Baugeschichte dieses Hauses anno 1738 aus erster Hand erläutern konnte. In höchst interessanter Weise wies er uns, hauptsächlich auf die heimischen Röger des Michelfeld-Tullauer Zweiges auf manche Eigenart anschaulich hin und machte auch besonders auf die nicht allgemein üblichen Blumen- und Ranken-Ornamente der Außenwandgefache des Fachwerkhauses und die Bemalungen der Deckenbalken im Innern, sowie auch auf die Probleme einer Restauration aufmerksam. Selbstverständlich ist über diese Arbeit in Verbindung mit weiteren Objekten örtlicher Denkmalpflege eine Abhandlung in Vorbereitung, wobei Herr Schäfer unserem Wunsche nach einem Sonderdruck über unser Tullauer Haus, in dem also die Röger-Ahnen als Schloßbauern gewohnt haben, gerne zustimmte.
Samstag, den 24. April 1993
9:45 Uhr Nach geruhsamen und reichhaltigem Frühstück war die Besichtigung des ehemaligen Benediktinerklosters Komburg, seit ca. 900 Jahren am Platze einer älteren Burganlage, ein weiterer Höhepunkt. Das Zusammenwirken der verschiedenartigen Bauten unterschiedlicher Epochen zeigt eine glückliche Harmonie. Besonders reich an Kunstschätzen bildet die barocke Stiftskirche St.Nikolaus, deren Türme aus einem älteren, romanischen Bau in den Neubau einbezogen wurden, den Mittelpunkt der Anlage. Mit der Umwandlung in ein Chorherrenstift vor 500 Jahren entstand auch die ringförmige Befestigung. Heute ist hier der Sitz einer Pädagogischen Akademie.
11:00 Uhr Der anschließende Besuch des Hällisch-Fränkischen Museums im Keckenhof der alten Reichsstadt, einem ehemaligen Adligen-Wohnturm der Stauferzeit als Kernstück, konnten die Kenntnisse über das städtische, kulturelle Leben vergangener Zeiten in anschaulicher Weise vertiefen. Bei einer offiziellen Führung ließ sich nur ein kleiner Teil der überreichlichen Sammlungen besichtigen, wobei auch gern auf manche zusätzliche Frage eine erschöpfende Auskunft gegeben wurde.
12:30 Uhr Mit einer “Hohenloher Spezialität” wurde dann in “unserer Krone” die gemeinsame Mittagstafel angegangen. Die Überraschung gelang aber wohl nur bei einigen völlig Ortsfremden, als ohne weiteren Kommentar “Maultaschen” aufgetragen und auch zum Nachfassen angeboten wurden. Das sehr delikat als komplettes Gedeck servierte Menü ist nur in einem authentisch verbürgten Falle zugunsten eines “Wiener Schnitzels”, das hier nicht und nicht einmal in Wien als bodenständig gilt, verschmäht worden.
15:00 Uhr Nach einer kurzen Vorbesprechung der Vertretungen der einzelnen Röger-Linien wurde die offizielle Mitgliederversammlung des “Verbandes der Röger” mit der herzlichen Begrüßung aller anwesenden Röger und ihrer Anverwandten eröffnet
Die einzelnen Tagesordnungspunkte konnten in kurzer Form rasch abgehandelt werden. Mit der Neufassung der Satzung, der mit einer Ausnahme, auch ohne schriftliche Einwände, voll zugestimmt wurde, liegt nun die notwendig gewordene “Hausordnung” vor.
Der nächste Familientag für 1995 konnte noch nicht festgelegt werden, der Vorschlag für den Harz wurde aber wiederholt. Für wünschenswert wurde der Raum Lüneburg gehalten, für einen späteren Termin käme auch Cottbus mit dem Spreewald in Betracht.
Vorschläge zur Neustiftung eines Familienwappens sollen nun von sachkundiger Seite zur Entscheidung nach vorgegebenen Merkmalen unterbreitet werden.
Der Wunsch nach weiterem Ausbau des Archivs kann erfüllt werden und neues Material wurde bereits zur Einreihung zur Verfügung gestellt. Die Forschungsziele sollen unverändert weiterhin verfolgt werden.
20:00 Uhr Nach einer Abendbrotpause, bei der die hauseigene Wurstplatte die beliebteste Abwechslung bot, konnte der gesellige Teil des Treffens seinen Lauf nehmen. Dabei war dann auch zu engeren Kontakten reichlich Gelegenheit. Umrahmt wurden die Stunden von den flotten Weisen des Herrn G.Sanda als rührigen Alleinunterhalter an den Instrumenten, der auch die Tanzbeine in Schwung brachte. Die Pausen nutzte unser Helmut zu schnurrigen und witzigen Episoden, die ihm stetzs die Lacher auf seine Seite brachten.
Besonderen Anklang fand erstmals eine reichlich beschickte Tombola, deren Hauptgewinn eine große, wertvolle Hohenloher Trachtenpuppe aus künstlerisch-geschickten Händen von Helen Röger war. Ihr zuliebe blieb sie wohl auch im Stadtbereich, in Sittenhardter Röger-Familie. Auch ein liebevoll nachgebauter Langholzwagen aus Niederstotzing und ein Original-Röger-Saunakübel gingen als 2. und 3. Preise in verständnisvolle Hände über. Der Erlös half in zweckmäßiger Form mit weiteren Spenden, auch ohne Namensnennung, zur Deckung unserer unvermeidbaren Unkosten.
In später Abendstunde gab es noch eine unverhoffte Überraschung: die “Rottal-Kapelle”, ein Salonorchester sehr besonderer Art mit Hans-Jörg Röger in der Mitte, stellte sich in Positur und schmetterte markante Weisen in keineswegs schrillen Tönen. Eine Zugabe konnte nach einer Weile nicht mehr umgangen werden.
Selbstverständlich fehlte zum Ausklang nicht der allseitige und herzliche Dank an Helene und Helmut Röger, die mit ihren Töchtern Simone und Claudia die umfangreichen Vorarbeiten und die bis in Einzelheiten hinein reibungslose Organisation dieser Tage in schönster Weise bewältigt hatten. Dazu fand Hans Röger mit einem Präsent an die Organisatoren die passenden Worte.
Und herrliches Frühlingswetter begleitete uns auf allen Wegen!
Sonntag, den 25. April 1993
9:30 Uhr In kleiner Gruppe konnte noch in St. Michael am Festgottesdienst des evang. Diakoniewerkes mit Predigt von Prälat Hans Kümmel und Kirchenmusikdirektor Kurt Enssle an der Orgel teilgenommen werden. Anschließend fand sich zu Füßen der imposanten Freitreppe, dem Ort der Festspiele, ein beginnendes Marktleben. Einige Genießer konnten sich hier bei der Entdeckung von Bauernbrot und Ziegenkäse gütlich tun. Nach dem Abschreiten der 54 Stufen aus “schwindelnder” Höhe war solche Stärkung auch gegönnt.
13:30 Uhr Einen krönenden Abschluß fand der verbliebene Kreis nach dem Mittagessen und dem Dank auch an das “Landhotel Krone” für die vorzügliche Bedienung und Bewirtung in einem letzten Abstecher nach Tullau. Dabei konnte der neue Hausherr des alten Röger-Hauses, Familie Gerd Schäfer, auch begrüßt werden und all das Gesagte vom Vorabend in Augenschein genommen und vertieft werden.
16:45 Uhr Ein letzter Teilnehmer verließ den gastlichen Ort mit seiner fürsorglichen und einsatzfreudigen Röger-Familie mit herzlichem Dankeschön und einem frohen “Auf Wiedersehen” am Bahnhof Hessental in Richtung Würzburg-Kassel.

Bad Lippspringe, im Mai 1993
Wolfgang Räger

Quelle: “Röger-Blätter zur Geschichte der Familien”, Bd. 3 (März 1996), S.83, Eigenverlag